Jahresrückblick 2008

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Seit nunmehr fast sieben Monaten vertritt die Fraktion der Amorbacher Bürgerliste Ihre Interessen im neuen Amorbacher Stadtrat.

Wir finden, dass es an der Zeit ist, Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wie wir diese sieben Monate erlebt haben, wie wir die aktuelle Situation in Amorbach bewerten und welche Aussichten wir für unser alle Zukunft haben.

Nach einer Zeit des Schnupperns und des Kennen Lernens sind wir unserer Meinung nach sowohl menschlich, als auch organisatorisch im neuen Amorbacher Stadtrat angekommen. Wir betrachten die allgemeine Eingewöhnungsphase für uns als abgeschlossen.

Wir möchten betonen, dass wir uns jedoch schon in dieser Phase ständig bemüht haben, Werte wie Zusammenhalt, Vertrauen und Offenheit in den Vordergrund unserer Tätigkeit als Stadträte von Amorbach zu stellen. Denn gerade diese Attribute stellen für uns die wichtigsten Eckpunkte für eine gedeihliche und zukunftsträchtige Zusammenarbeit mit unseren geschätzten Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen dar.

Auch wenn der Weg einer vertrauensvollen Zusammenarbeit teils noch etwas holprig war und ist, so werden wir diesen eingeschlagenen Weg unter allen Umständen weiter gehen,  weil wir darin den Sinn unseres Wahlauftrages verstehen. So werden wir uns auch weiter konstruktiv einbringen, wie wir dies schon bei der Umarbeitung unserer Geschäftsordnung, der Durchführung einer Stadtratsklausur oder bei der von uns geforderten Einführungen einer Bürgerfragestunde getan haben.

Im Hinblick auf unser Engagement sind wir auch künftig dankbar für jede ehrlich gemeinte Anregung, für jede offene Kritik und für jedes Gespräch, dass wir auf Augenhöhe führen dürfen.

Denn nur in einem solchen Verhalten sehen wir die Chance, den uns übertragenen Aufgaben zum Wohle Amorbachs gerecht zu werden. Und nur so können wir unsere gravierenden finanziellen und strukturellen Probleme meistern.

Bei einem Schuldenberg von aktuell ca. 12.000.000 Euro und einem Investitionsstau im Hinblick auf unsere Daseinsvorsorge von mehr als 10.000.000 Euro, verbietet es sich unserer Meinung nach von selbst, sich in Grabenkämpfen aufzureiben.

Nur mit einer gemeinsamen Energieleistung und am Ende vielleicht auch ein wenig Glück haben wir eine Chance, unser Amorbach für die Zukunft wieder fit zu machen und so liebenswert zu erhalten, wie wir alle das gewohnt sind.

Dabei geht es nicht nur darum, unsere Grundversorgung z.B. im Rahmen der Wasserneuordnung, der Kanalisation und der Infrastruktur zu sichern, sondern gerade auch darum, die vielen anstehenden freiwilligen Aufgaben zu erledigen, die notwendig sind, um Amorbach in seiner Vielfältigkeit und Einzigartigkeit zu erhalten. Aber auch diese Aufgaben werden uns zuzüglich zu den oben genannten Beträgen noch viele Millionen Euro kosten, die wir im Moment nicht haben.

Deshalb muss es unser vorrangigstes Ziel sein, neue Einnahmen zu generieren, Ausgaben zu minimieren und gezielt zu investieren.
Dieses Ziel beinhaltet vor allem auch die Notwendigkeit zu strukturellen und organisatorischen Änderungen in unserer Verwaltung, aber gerade auch in der touristischen Neuausrichtung sämtlicher örtlichen Gegebenheiten.

Denn unserer Meinung nach ist es vor allem der Tourismus, welcher uns eine Chance – wenn nicht sogar unsere letzte Chance –  bietet, unserer derzeitigen Finanzmisere auf Dauer zu entrinnen. Die Nutzung dieser Chance hat sich die ABL auf Ihre Fahnen geschrieben.

Doch dafür müssen wir alle an einem Strick ziehen. Das gilt gleichermaßen für unsere Verwaltung, den Bürgermeister, den Stadtrat, sämtliche Leistungsanbieter und natürlich nicht zuletzt für unsere gesamte Bevölkerung, welche diesen Weg zumindest gedanklich, aber besser noch aktiv mitgehen muss.

Wir von der ABL haben diesen Weg bereits aktiv beschritten, indem wir unter Federführung unseres Stadtrates Uwe Scharpegge den Vorschlag für einen attraktiven Nordic-Walking-Parcours rund um Amorbach erarbeitet haben. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle auch Herrn Walter Brodowski für seine technische und fachmännische Unterstützung.

Doch das kann nur der Anfang sein. Es gibt in diesem Bereich noch viel mehr zu überdenken und dann auch zu tun.

Denn Sie können sicher sein, dass Stillstand in unserer Lage mehr als ein Rückschritt ist,  quasi schon ein Eingeständnis unserer Hilflosigkeit, wenn nicht sogar unseres Scheiterns.

Wir sind durch die aktuelle Lage gezwungen, endlich richtungweisende Entscheidungen zu treffen, die es Amorbach gestatten, sich auf künftig wieder als Touristenhochburg, als die einzig echte Perle des Odenwaldes darzustellen.

Kleinkariertes Denken, Miesmacherei, Hinhaltetaktik, Eigennutz und eine damit zusammenhängende Bremsklotzmentalität dürfen angesichts des drohenden Unheiles keinen Platz mehr in Amorbach haben. Wir müssen handeln, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, auf Dauer nur noch behandelt zu werden.

Deshalb bitten wir Sie inständig: Arbeiten Sie alle mit! Helfen Sie neue Ideen zu sammeln, helfen Sie mit Überzeugungsarbeit zu leisten, und helfen Sie aktiv mit Ihr Amorbach einer neuen Zukunft zuzuführen.

Abschließend dürfen wir uns noch bei der Verwaltung sowie bei unseren Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Wir danken Ihnen liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger für Ihr Vertrauen und danken Ihnen schon im Voraus für Ihre Mitarbeit.

Und insbesondere dürfen wir uns bei unserem Ersten Bürgermeister Peter Schmitt bedanken, der in freundschaftlicher Weise immer ein offenes Ohr für unsere Belange hat.

Ihre ABL Fraktion wünscht Ihnen allen eine friedvolle Weihnachtszeit und ein gesegnetes Neues Jahr 2009.

PS: Es ist geplant, an dieser Stelle alle drei Monate einen Bericht der Stadtratsfraktion zu veröffentlichen. Also schauen Sie gerne wieder einmal bei uns vorbei.